Pet´, tancevat´, kričat´

Abdrucke

  • Je­li­nek, El­frie­de:

    Pet´, tancevat´, kričat´. In: The New Times,

    27.8.2012

    . (auf Russisch, Ü:

    Mikhail Rat­gaus

    )

    auch in:

    • Amnesty Journal 11/

      2012

      , S. 5-6. (auf Deutsch, Titel: Singen. Tanzen. Schreien.)

    • 2012

      (= Elfriede Jelineks Website, Rubriken: Archiv 2012, zu Politik und Gesellschaft; auf Deutsch, Titel: Singen. Tanzen. Schreien.).

    • Neue Rundschau 2/

      2013

      , S. 115-118. (auf Deutsch, Titel: Singen. Tanzen. Schreien.)

    • Programmheft des

      Lu­zer­ner Thea­ters

      zu Sabine auf der Heydes Inszenierung Johanna!,

      2014

      . (auf Deutsch, Titel: Singen. Tanzen. Schreien.)

    • https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=134494446696976&id=361871613828747 (15.7.2014) (= Facebook-Seite der Gruppe Arbeitskreis der proletarischen Schöngeister in der NPD, Titel: Singen. Tanzen. Schreien.).

    • http://www.theeuropean.de/elfriede-jelinek/12258-nach-der-verhaftung-von-pussy-riot (15.7.2014), datiert mit

      16.9.2012

      (= The European – Das Debattenmagazin; auf Deutsch, Titel: Singen. Tanzen. Schreien.).

Übersetzungen

Englisch

  • In: http://www.theeuropean-magazine.com/828-jelinek-elfriede/829-in-support-of-pussy-riot (15.7.2014)

Französisch

 

Aus Anlass der Verurteilung dreier Mitglieder der Punkrock-Band Pussy Riot durch ein Moskauer Gericht am

17.8.2012

wegen „Rowdytums aus religiösem Hass“. Die Band hatte in der Christ-Erlöser-Kathedrale in

Mos­kau

ein „Punk-Gebet“ gegen

Wla­di­mir Pu­tin

gesungen. Jelinek betont die Wichtigkeit des Protests gegen totalitäre Bewegungen und die Gefährdung von Grundrechten. Sie warnt vor dem Terror (

Ter­ro­ris­mus

) einer totalitären Herrschaft, der durch die Verurteilung der Band sichtbar werde.

 

Diese drei jungen Frauen, die Pussy Riot, haben in einer Kirche gesungen, das gehört sich dort so, und sie haben wild getanzt, eine Art Veitstanz, eben wie es sich gehört, wenn in einem Staat, der auf dem Weg in die Totalität ist, Menschen sich etwas herausnehmen müssen, um gehört zu werden, was schwierig ist, denn alle Schubladen sind schon zugesperrt, die Tür ist verrammelt, da muß man fest dagegentreten, damit man sich seinen Raum, dieses Offene, in dem man sprechen, singen, tanzen darf, nein: muß, freischaufeln kann, damit man vernommen (und nicht: einvernommen) werden kann; und sie haben sich gegen ihren Präsidenten Putin geäußert, in einer Kirche, man stelle sich vor!, sie haben die Gottesmutter gegen ihn zu mobilisieren versucht, wen haben sie da gelästert? Gott oder Putin? Oder sind die beiden gleichzusetzen? Wer Putin beleidigt, beleidigt Gott? Seine Mutter? Die Kirche? Man kann ja noch nicht einmal sagen, daß das ein legitimer Protest war und das Recht auf Protest ein Menschenrecht, denn der Protest, jeder Protest, der sich gegen die Gefährdung von Grundrechten richtet, ist Pflicht, nicht Recht. Die jungen Frauen mußten tanzen, singen, schreien, es blieb ihnen gar keine andre Wahl.

aus: Elfriede Jelinek: Singen. Tanzen. Schreien. In: Amnesty Journal 11/2012, S. 5-6.

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