Ingo Niermann: Warum bietest du deine Texte ausschließlich auf deiner Homepage und nicht zum Beispiel (ebenfalls gratis) bei Amazon an?
Elfriede Jelinek: Warum sollte ich das gratis bei Amazon anbieten? Wenn schon keine Verlage, dann auch kein Amazon! Es wäre natürlich daran zu arbeiten, daß das Urheberrecht neu gefaßt wird, den neuen Möglichkeiten angepaßt wird, und daß es dann auch eine Bezahlung für die Arbeit gibt, aber das müssen die Berufsverbände und -vertreter aushandeln. Bei sowas bin ich nicht gut. Nein, wer mich lesen will, muß schon zu mir kommen. Wenn er sich für meine Sachen interessiert, muß er meine Seite aufrufen. Ich zwinge niemanden etwas auf (das wäre eh nicht möglich).
aus: Ingo Niermann: o. T. http://fiktion.cc/elfriede-jelinek/ (23.3.2026), datiert mit 27.2.2014 (= fiction.cc).
Ausführliches Gespräch über Schreiben und Lesen im
Internet
, das Arbeiten am Computer, den deutschsprachigen Literaturbetrieb, den sie als „extrem korrupt“ und „nepotistisch“ beschreibt, und ihren Internetroman
Neid
. Von besonderem Interesse ist für sie das „Oszillieren zwischen Dauer und Flüchtigkeit“ im digitalen Netz, die „Mischung aus Privatem und Öffentlichem“.
Reaktionen
Reaktion:
Mayer, Norbert
:
Jelinek kämpft im digitalen Ozean gegen den Literaturbetrieb. In: Die Presse,
1.3.2014
.